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In vielen Köpfen
ist zumeist noch die Meinung verankert, die Kirchenorgel sei
das „Königsinstrument“, die Straßenorgel jedoch das
„Bettlerinstrument“
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Ob eine Orgel über
500 verschiedene Orgelpfeifen besitzt oder nur 20 bis 80
Stück, ist nur eine Frage des Geldes.
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Beide Instrumente
haben technisch ein Pfeifenwerk, eine Windlade, ein
Versorgungsteil, ein Steuerungselement und einen Speicher
für die spielenden Titel. Das Pfeifenwerk besteht bei beiden
Orgeltypen aus hölzernen oder metallischen Pfeifen. In
beiden Orgeltypen werden die Pfeifen durch das Anblasen von
Luft zum Klingen gebracht. Erzeugt wird die Luftzufuhr durch
die Bedienung eines Blasebalgs, des Versorgungsteils.
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Bei Kirchenorgeln
musste der Blasebalg früher durch Treten einer
Hebelvorrichtung bedient werden, um die Orgelpfeife mit Luft
zu versorgen. Um 1900 wurde diese Arbeit von einem langsam
arbeitendem Elektromotor übernommen. Heute übernimmt ein
starker Ventilator die Luftzufuhr zu den Orgelpfeifen.
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Die Steuerung der
Tonfolge erfolgt bis Heute durch das Manual, der
Orgeltasten. In alten Zeiten wurde der druck auf die
Tastatur über die Abstrakte auf das Ventil an der
Orgelpfeife übertragen. Das Ventil Wurde geöffnet, die Luft
konnte einströmen und die Pfeife zum klingen bringen. Mit
der Erfindung des Elektromagneten konnte das Zugseil durch
eine Kabelverbindung ersetzt werden. Der Druck auf die Taste
schließt jetzt einen Stromkreis, der Elektromagnet an der
Pfeife zieht an und gibt so die Luftzufuhr Frei
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Bei modernen
Kirchenorgeln wird die Steuerung der Ventile über Funk
vorgenommen. So kann der Kantor an einem weit von der Orgel
entfernten Platz das Manuel aufstellen und, wie in Passau
oder Vilshofen vorhandenen, gleichzeitig mehrere Orgeln
bedienen. Nur die neue Steuerungstechnik macht das möglich.
Eine Erkrankung des Kantors muss nicht mehr zum Ausfall des
Gottesdienstes führen. Ähnlich wie beim Keyboard können
heute auch Tonstücke auf Disketten gespeichert und beliebig
abgerufen werden.
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Die gleiche
Entwicklung erfolgte bei der Straßenorgel. Die Luftzufuhr
wird durch die Bedienung des Blasebalgs geregelt. Außerhalb
der Orgel wird eine Kurbel gedreht, innerhalb des Gehäuses
wird diese Drehbewegung in eine Zug- Schubbewegung
umgesetzt, die den Blasebalg erweitert und zusammenpresst,
so dass ein Luftdruck entsteht. Wird die Drehbewegung zu
langsam oder bleibt aus, so sinkt der der Luftdruck im
Blasebalg und die Töne verzerren oder setzen aus.
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Bei den ersten
Straßenorgeln wurde die Steuerung der Pfeifen über eine
Walze vorgenommen, auf der viele Zapfen und Stege
eingeschlagen waren. Der Druck des Zapfens wurde auf ein
Seil oder Stange übertragen und Öffnet das Ventil für die
Luftzufuhr zur Orgelpfeife. Die Erfindung des Lochstreifens
als Steuer- und Speicherelement vereinfachte bereits Ende
des 18. Jahrhunderts die Bedienung der Orgel. Die Bedienung
der Kurbel regulierte gleichzeitig die Geschwindigkeit der
Tonfolge und die Bewegung des Blasebalgs. Mit der Erfindung
des Elektromagneten konnte Gestänge durch Kabel ersetzt und
auch die Steuerung der Tonfolge verbessert werden. Die
Möglichkeit der Speicherung von Tonfolgen war jedoch durch
die Länge und Breite des Lochstreifens eng begrenzt.
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Etwa im Jahre 1975
eröffnet sich die Möglichkeit, Steuerungsimpulse für alle
Maschinen auf kleine kleine Chip-Bausteine abzuspeichern und
beliebig abzurufen. Der Speicher Lochkarte oder Lochband
wurde durch den Speicher- Chip ersetzt. Die Steuerung der
Elektromagneten an den Ventilen der Pfeifen konnte stark
stark verfeinert werden. Die Anzahl der zu Speichernden
Impulse stieg um das Vielfache. Ende 1979 konnte in neu
hergestellten Straßenorgeln der Lochstreifen durch die
Steuerung per Elektronik- Chip ersetzt werden. Mit dieser
Steuerung konnten nun auch mehrere Orgeln des gleichen
Herstellers miteinander verbunden werden und als Orgel-
Orchester auftreten. Der Antrieb des Blasebalgs und das
Anblasen der einzelnen Pfeifen ist jedoch wie eh und je
unverändert geblieben. Dagegen sind elektrische Ventilatoren
zur Luftzufuhr und Verstärkeranlagen in Straßenorgeln
verpönt.
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Dafür hat sich die
Qualität der Musik und die Anzahl der zu spielenden
Musiktitel um ein Vielfaches gesteigert